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Für dich geh ich auch nach Alaska.

October 6, 2016

Foto: Ronja Wolf

 

Es ist inzwischen zehn Jahre her, dass ich in meinem kleinen Zelt irgendwo auf einem Campingplatz in Bayern nach einem langen Tag auf einem Jugendcampmeeting niedergekniet bin und zu Gott gesagt habe: „Gott, nimm mein Leben. Nimm es ganz. Dein Wille geschehe – mach mit mir, was du willst. Ich vertraue, dass dein Weg der bessere ist, dass du gut bist und es gut mit mir machen wirst. Ich will dir folgen, wohin immer du mich führen willst, ich will tun, was immer du sagst. Sei Mein König, mein Meister, der Herr meines Lebens. Und wenn du willst, dass ich mein Leben lang allein bleibe und als alte Jungfer einsam sterbe – dann bin ich bereit, alleine zu bleiben. Und wenn du willst, dass ich nach Alaska gehe und dort den Menschen von dir erzähle, dann werde ich gehen. Rufe mich und ich will folgen. Nimm meine Schätze und meine Fehler. Alles was mir gehört, gehört jetzt dir. Ich glaube, du bist besser. Und du bist genug.“

 

Wusste ich, was ich da sagte? Wir alle wissen es nicht. Diese Worte sind zu groß, als dass wir sie vorher wirklich begreifen können. Ich war nie in Alaska gewesen. Woher sollte ich wissen, was es wirklich bedeutet, dorthin zu gehen? Hatte ich je von rohem Fisch gelebt, ein halbes Jahr in Dunkelheit, umgeben von einer endlosen Eiswüste unter Fremden? Ob unser Leben wirklich Gott gehört, zeigen wir erst dann, wenn wir auf seinen Ruf wirklich nach Alaska gehen. Oder wohin auch immer er uns führt. – Obwohl wir eigentlich viel lieber auf der Sonnenseite des Lebens wären. Tanzen wollen wir, nicht frieren!

 

Denn Alaska kann gerade hier sein. Dein Alaska. Den Ort, an den du von dir aus niemals freiwillig gehen würdest. Weil es dort nicht schön, sondern einsam, kalt und dunkel ist. Was, wenn Gott dich in eine emotionale, finanzielle, körperliche Eiswüste führt? In dein Alaska? Fühlst du dich vielleicht gerade so, als hätte Gott dich in ein Alaska deines Herzens gebracht? An einen Ort, der so kalt, lebensfeindlich, unangenehm, so weit weg von zu Hause und so dunkel ist? Das hier ist das Leben, wie du es nie haben wolltest. Das passiert anderen, aber doch nicht dir...

 

Alaska – für mich ist es ein Symbol für Einsamkeit, Menschenleere, Gefahr, tödlichen Stürmen, endlosen Nächten, bitterster Kälte und Verlorenheit. Ein Ort, der auf den ersten Blick ohne Wege und ohne Schönheit ist. Doch auf den zweiten Blick ist ja er da. Gott hat dich dorthin berufen, es war sein Plan für dich – den du dir niemals selbst ausgesucht hättest. Alle möglichen Opfer wärst du bereit gewesen, für ihn zu bringen. Aber hier wolltest du nie enden. Aber hast du ihm nicht damals gesagt: Dein Wille geschehe? Hast du jemals das Vaterunser gebetet? Dann hast du ihm das gesagt.

 

Die großen Missionare, die in ferne Länder reisten, um Menschen von Gott zu erzählen, waren die Helden meiner Kindheit. Ich bin ohne Fernseher aufgewachsen und ich war beeindruckt davon, wie sie Gott und die Menschen mehr liebten, als ihr eigenes Leben. Wie sie unter Gefahren, Hunger, fremden Krankheiten und Entbehrung ausharrten – nur um diesen fremden Menschen das Evangelium zu bringen. Und wie oft ging ihre Saat erst Jahre nach ihrem Tod auf…

 

Aber ich glaube, es sind nicht die körperlichen Entbehrungen, die uns am meisten treffen. Es sind die emotionalen. Wenn uns Freunde uns den Rücken kehren, wir unser ungeborenes Kind verlieren, von unserem Partner betrogen werden. Und wenn wir nicht sehen, was es bringt. Vielleicht ist es viel schlimmer einsam zu sein, sich verlassen, ungeliebt und nutzlos zu fühlen, als an Malaria zu leiden. Vielleicht ist es schlimmer, angelogen, vergessen, verletzt oder übersehen zu werden – ohne dass Gott uns dafür belohnt. Außer mit seiner Gegenwart. Seiner Liebe. Seinem Frieden. Vielleicht treffen uns diese Entbehrungen an menschlicher Anteilnahme, Zuneigung, Anerkennung, Rückhalt, Freundschaft, Gemeinschaft und Zärtlichkeit viel mehr. Und diese scheinlose Sinnlosigkeit. Aber was, wenn Gottes Plan diese Entbehrungen für dich bereithält? Kannst du ihm vertrauen, dass er auch größer ist als diese Nöte und dich auch in diesen Nöten versorgen kann? Kannst du glauben, dass er einen Plan hat, auch wenn du ihn nicht siehst? Dass er deinen Schmerz nicht verschwendet, dass er dich nicht sinnlos leiden lässt, weil er dich liebt? Dass alles zum Guten führen wird, wenn du ihn liebst? Dass er allein genug ist? Dass er alles ist, was du gerade vermisst? Dass du alles bei ihm findest, was die Welt um dich herum gerade nicht hergibt? Vielleicht gibt er nicht im Überfluss. Aber er gibt dir genug. Für heute. Von sich.

 

Vielleicht will Gott dich heute oder morgen in dein Alaska führen. Fürchte dich nicht, denn er ist es, der dich begleitet. Wenn er führt, wird er auch versorgen. In deiner endlosen Eiswüste ist er der Weg und das Ziel. Er ist dein Licht in der Dunkelheit. Er ist dein Brot in der Hungerszeit. Er ist dein Gefährte in der Einsamkeit. Er ist dein Schutz in der Gefahr. Er ist die Wärme in deiner Kälte. Halte dich nah bei ihm. Dort bist du sicher – egal, wo er dich hinführt. Er selbst ist alles, was du brauchst. Wo er ist, hast du genug. Auch in der Eiswüste. Seine Gnade ist mehr als genug. Er möchte durch dich großes Tun – an hoffnungslosen, dunklen, menschenleeren, fremden und kalten Orten deines Lebens. Willst du auch dann noch bei ihm bleiben und dich von ihm gebrauchen lassen? Vertrau ihm. Er wird für dich sorgen. Seine Nähe ist dein Alles.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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