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"Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren."

November 12, 2016

 Foto: Ronja Wolf

 

Wenn wir diese Aussage nicht wörtlich nehmen wollen, weil – hey, in unserer Kultur umarmt man sich halt zur Begrüßung. Dann sollten wir sie wenigstens im übertragenen Sinne ernst nehmen: Männer und Frauen, die sich nicht näher kommen wollen, sollten auch nicht das Herz des anderen berühren. Wir sollten uns nicht einfach so emotional berühren. Es gibt da eine Grenze. Eine Privatsphäre, die es zu schützen gilt. Genauso, wie es eine körperliche Grenze gibt, wo ein Mann keine Frau zu berühren hat, die nicht seine ist. Warum ist uns das auf emotionalem Gebiet nicht genauso selbstverständlich?

 

Keine Frau sollte ihre Herzensanliegen mit irgendeinem Mann teilen, der nicht ihr Partner ist. Ist das weltfremd? Ist das zu prüde? Vielleicht. Aber in einer sexuell völlig freizügigen und gottlosen Welt wie dieser sollten wir uns als Christen ernsthaft in Frage stellen, wenn wir in dieser Hinsicht nicht anders sind als die meisten Menschen um uns herum.

 

Gott geht es mal wieder mehr darum uns zu schützen als uns selbst. Denn wonach sehnt sich eine Frau mehr, als von einem Mann berührt zu werden? Hauptsache von irgendeinem! Es ist schon fast egal, wer er ist. Wenn er einfühlsam und aufmerksam ist und sich für unser Seelenleben interessiert und uns Zuneigung und Wärme schenkt – dann lassen wir das zu. …Was wir nie sollten. Wie schnell lassen wir unsere inneren Hüllen fallen! Dabei hat kein Mann ein Recht darauf, persönliche Teile meines Herzens zu kennen, genauso wie er auch keine intimen Stellen an meinem Körper sehen oder berühren darf. Auch wenn es sich noch so schön anfühlt. Sehr Persönliches gehört in die Familie, in gleichgeschlechtliche Kreise, vor Gott oder vielleicht noch in Arzt- oder Therapeutenzimmer.

 

Aber wir wollen unser Herz ausschütten. Wir wollen von den Männern Aufmerksamkeit. Wir sehnen uns danach, dass uns endlich jemand zuhört. Dass wir endlich unsere Masken abnehmen können. Dass wir jemandem unsere Seele öffnen können. Und in schmerzhaften Momenten gehalten werden. Und wenn uns ein Mann das anbietet – dann nehmen wir das so gerne. Und schaffen damit mehr Chaos, als wir ahnen. Wir müssen das nicht verstehen oder erlebt haben, um Gott auch in dieser Sache vertrauen zu können. Wir dürfen uns auch nicht hinter dem Argument verstecken, dass wir doch alle „Brüder und Schwestern“ sind. In sexueller Hinsicht sind wir es eben nicht. In aller „schamhafter Zurückhaltung und Reinheit“ sollen wir uns begegnen (1.Timotheus 5,2). Warum dieser Halbsatz? Er ist entscheidend. Wir müssen darüber nachdenken.

 

Genauso wie körperliche Berührungen Bindungshormone ausschütten und Intimität und emotionale Nähe fördern, so ist es auch mit emotionalen Berührungen. Abstand – Gehorsam in diesem Bereich – ist schwer. Weil Männer und Frauen wie Magneten sind, die bei zunehmender Nähe immer weniger den Abstand halten können. Wir müssen reflektiert mit dieser Tatsache leben und nicht so tun, als gäbe es diese Tatsache nicht.

 

Solche falschen nahen Beziehungen zu beenden scheint unmenschlich. Aber wir dürfen nicht mit den Herzen von anderen spielen – auch nicht mit der besten Absicht. Auch nicht mit gegenseitigem Einverständnis. Denn wir können nicht anders, als den anderen zu begehren – ob er nun körperlich oder emotional nackt (oder nur sehr leicht bedeckt) vor uns steht. Wenn die Hüllen fallen, dann fühlen wir uns zueinander hingezogen. Warum begreifen wir das nicht? Wir sind sexuelle Wesen, das ist völlig normal. Alles andere wäre nicht normal. Wir sollten nicht so tun, als wären wir auf diesem Gebiet völlig neutral. Das können und sollen wir gar nicht sein. Das will Gott gar nicht.

 

Stattdessen sollen wir uns bedeckt halten – unseren Körper und unser Herz. Wir sollten niemand anderen dazu ermutigen, sich vor uns auszuziehen. Das wirklich Persönliche muss geschützt werden. Wir müssen unser Gegenüber schützen. Und wenn der andere dem nicht widerstehen kann – und wer kann ihm das in dieser Welt verdenken – dann müssen wir auch uns selbst schützen.

 

Und weil wir uns doch alle so sehr danach sehnen, fügt Paulus hinzu: „Wegen der Gefahr der Unzucht soll aber jeder seine Frau haben und jede soll ihren Mann haben.“ (1.Korinther 7,2) Für alles gibt es einen richtigen Ort und eine richtige Zeit.

 

Gott will uns keine Freude versagen, sondern unsere Freude schützen. Er will unsere Sehnsucht stillen und uns trösten, uns Anerkennung, Nähe und Verständnis schenken. Bei ihm können wir uns Blöße geben. Bei ihm können wir alle Hüllen fallen lassen. Er will uns immer berühren. Und seine Berührung wird uns immer heilen.

 

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