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Der Stein

November 25, 2016

Foto: Ronja Wolf

 

 

Du hast nie versprochen, wir könnten dich sehn,

wir würden dich fühlen oder je verstehn.

Du hast uns gesagt, dass du manchmal auch schweigst

Und doch trotz der Stille ganz nah bei uns bleibst.

 

Du führst uns ins Dunkle, du führst uns ins Tal,

du ersparst keinen Schmerz, trotzdem nimmst du die Qual,

denn obwohl wir nichts sehen – hier gibt es kein Licht -

gilt doch dein Versprechen: „Ich verlasse euch nicht.“

 

Du füllst unser Leben mit Steinen und Schutt

Und sagst doch: „Glaub mir, dass macht dich nicht kaputt.

Gib mir deine Seele, dein Herz noch dazu,

lass es nur bei mir, mit mir wird alles gut.“

 

„Wie lange?“, frag ich dich, „Ich kann nicht mehr warten.

Ich glaub deinen Worten, doch wo sind die Taten?“

„Das Größte ist, was in den Herzen geschieht.“,

sagst du, „Und das, was man mit den Augen nicht sieht.“

 

Und dann schweigst du weiter, nur Ruhe kehrt ein.

Mir bleibt keine Wahl, außer bei dir zu sein.

„Siehst du.“, sagst du leise und ziehst mich zu dir,

„Ohne die Steine wärst du jetzt nicht hier.“

 

Ich schau auf den Stein und dann auf meine Wunden.

Deshalb kam ich zu dir, du hast sie verbunden.

Ich spüre den Schmerz, nein, den Stein will ich nicht.

Doch er führt mich zu dir und ich will ja nur dich.

 

Also segnet er mich,

der Stein.

 

***

 

Was ist dein Stein?

 

Unser Leben ist voller Steine. Voll von Dingen, von denen wir wünschten, sie wären nicht da, weil sie in unseren Augen nichts als Last und Schmerz verursachen. Aber wenn sie nur bewirken, dass wir damit zu Gott kommen – dass wir ihn suchen, weil wir vor Schmerz schreien und uns vor lauter Zorn und Hilflosigkeit an den Allmächtigen wenden, weil es keine andere Lösung und Hilfe mehr gibt – sind nicht dann auch die schlechtesten Dinge irgendwie gut? Ist nicht alles ein Segen, was uns in Gottes ewige Arme treibt? Und wenn wir nur kommen, um Gott anzuklagen und zu fragen – wie Hiob. Aber wir kommen deshalb zu Gott. *Deshalb*. Und zu Gott kommen ist immer gut, das ist unsere eigentliche Rettung, unser eigentliches Ziel, der Sinn und die Bestimmung unseres Lebens. Wenn die Steine nur *das* bewirken, dann haben sie *das Beste* bewirkt.

 

Lass deine Steine dich zu ihm treiben. Vielleicht ist es das einzig Gute, was sie bewirken können. Aber es ist auch das Entscheidende. So wird jeder Fluch zum Segen. So erlöst Gott alle Dinge – auch die Steine in unserem Leben.

 

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