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Das ist Advent

December 13, 2016

Foto: Ronja Wolf

 

"Denkt an das, was ich euch gesagt habe: Ich gehe fort, aber ich werde wieder zu euch kommen."
(Johannes 14,28)

 

Ich gehöre zu den Advent-Leuten. Zu denen, die sich stolz „Advent-isten“ nennen. Zu denen, die tatsächlich immer noch daran glauben, dass Jesus zurückkommt. Zu denen, die sehnsüchtig darauf warten, dass endlich alles wieder gut wird. Die Betonung liegt auf endlich. Und auf sehnsüchtig.

 

Denn wenn Jesus wiederkommt, dann wird endlich alles gut sein. Alles gut werden. Alles. Von Karl Marx stammt der Satz: „Religion ist Opium für das Volk.“ Und ein bisschen denke ich, dass er Recht hatte, wenn man das positiv interpretiert (auch wenn er es anders meinte). Weil Marx nicht wusste, dass das alles wirklich wahr ist und nicht nur Illusion! Das Evangelium ist viel mehr als Opium für den, der es glaubt. Denn diese Schmerzen in dieser Welt sind manchmal nicht auszuhalten, all das Leid, das ganze Kaputt, die Leere. Aber das Wissen, dass das alles bald – oder wenigstens irgendwann – einmal ein Ende haben wird: Das ist wie ein Schmerzmittel. Das betäubt für einen Moment die Schreie der Wunden, das nicht-Aushaltbare, das nicht-Tragbare. Zu wissen: Es wird alles wieder gut. Das macht es erträglich. Das trägt dich. Das lässt dich weitergehen. Heute. Noch einen Schritt. Und noch einen. Weil du weißt: Es wird irgendwann aufhören. Dieser schwere Weg wird irgendwann aufhören. Und dann kommt ein besserer. Ein wundervoller, guter, schöner Weg.

 

Ist Religion, ist Gott etwas für die Kranken und Leidenden? Ja, das ist es. Hier ist ein Erlöser. Hier ist ein Arzt. Hier ist ein Heiler. Hier ist ein Retter. Es ist für die, die ein kaputtes Herz haben, eine kaputte Familie, einen kaputten Körper, eine kaputte Seele, kaputte Träume und eine kaputte Vergangenheit, eine kaputte Karriere, kaputte Beziehungsmuster, kaputte Gewohnheiten und kaputte Denkmuster, kaputte Würde, kaputten Stolz, kaputte Hoffnungen. Für alle, die sich etwas Besseres wünschen. Mehr! Mehr Gutes und weniger Schmerz.

 

Natürlich warten diejenigen am sehnsüchtigsten auf ihn, bei denen am meisten kaputt ist. Und gerade für diese wird er kommen: für die Bedrückten, Gefangenen, Zerbrochenen, Verlorenen, Zerstörten, Enttäuschten, Verletzten. Für uns. Für uns kaputte Menschen. Für die Kaputtesten unter uns am allermeisten. Deshalb: Je mehr an dir kaputt ist – desto schöner wird für dich Advent. Es nimmt nicht den Schmerz, aber es stillt das laute Schreien der Wunden. Weil du weißt, dass es ein Ende haben wird. Wenn Jesus wiederkommt. Er ist das Ende des Advents, das Ende des Wartens, das Ende des Schmerzes. Das Ziel unserer Sehnsucht. Nicht bloß unsere Medizin, sondern unsere Heilung. Unsere Rettung.

 

Dieser Weg ist manchmal furchtbar. Aber er führt uns nach Hause. Am Ende wartet Zuhause, wartet Gott, wartet das wahre Leben, wartet Erlösung.

 

Daran zu denken – das ist Advent.

 

Sich an das Evangelium zu erinnern – das ist Advent.

 

Auf das Ende zu sehen – das ist Advent.

 

Der Sehnsucht nach Heilung, nach Frieden, nach Gerechtigkeit, nach Freiheit freien Lauf zu lassen – das ist Advent.

 

"Es gibt viele Wohnungen im Haus meines Vaters, und ich gehe voraus, um euch einen Platz vorzubereiten. Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch dann so gesagt? Wenn dann alles bereit ist, werde ich kommen und euch holen, damit ihr immer bei mir seid, dort, wo ich bin. Ihr wisst ja, wohin ich gehe und wie ihr dorthin kommen könnt."
(Johannes 14,2-3)

 

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