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Gedanken über gute Grenzen

January 20, 2017

 Foto: Ronja Wolf

 

 

EINLEITUNG: UNSERE HAUSWAND

 

Unsere Hauswand.

 

Sie schützt uns.

 

Vor Kälte. Und Regen. Und Hitze. Und Sturm. Vor Insekten. Vor Ratten und Vögeln. Vor den Blicken der anderen. Vor Einbrechern und unerwünschten Gästen. Vor Lärm. Und Schmutz.

Sie schützt.

 

Unsere Privatsphäre. Unsere Gesundheit. Unser Wohlbefinden. Unsere Ruhe. Unseren Schlaf. Unsere Körper und Familien. Unseren Frieden. Unser Eigentum. Und damit auch unsere Fähigkeit, andere zu schützen, für sie stark zu sein und sie beschenken zu können.

 

Und wenn sie nur eines tut, unsere Hauswand: die Stabilität unseres Hauses zu gewährleisten. – Dann hat sie genügend Grund und Wert, um da stehen zu bleiben. Diese Wand ist gut, auch wenn sie nur dafür gut wäre. Ich liebe unsere Wand, wenn ich mir bewusst mache, was sie alles schützt, das mir so viel bedeutet.

 

 

DER WERT DER GRENZEN

 

Grenzen. Mauern. Stacheldrahtzäune. Wozu gibt es sie? Um das Gute und Wertvolle zu schützen. Wie entstehen sie? Indem sie sichtbar gemacht werden. Und wie bestehen sie? Indem sie verteidigt werden. Es passiert etwas, wenn sie überschritten werden.

 

 

WOZU GRENZEN?

 

Leider haben wir gelernt, Grenzen und Mauern als etwas Negatives zu sehen, weil sie wie alles andere auch missbraucht werden können. Aber im eigentlichen Sinne sind Mauern dazu da, etwas Wertvolles zu schützen: das Gute. Und in dieser Welt hat das Gute einen Feind: das Schlechte. Alles Gute hat einen Feind. Mauern trennen das Gute vom Schlechten. Sie grenzen das Böse aus und beschützen uns so vor Schaden. Deshalb gibt Gott Gebote, deshalb setzt er Grenzen. Wir selbst müssen uns und andere beschützen: vor unserer Maßlosigkeit und unserem kranken Egoismus, vor allem Schlechten. Wir müssen uns beschützen – vor uns selbst und vor den anderen, die die Grenze dessen, was gut ist, überschreiten. Denn alles, was maßlos wird, ist nicht mehr gut. Gift und Medizin sind eine Frage der Dosis. Es geht um das gesunde, das gute Maß. Dort, wo das Gute endet und das Schlechte beginnt – da ist die Grenze, wenn wir den Wert des Guten erhalten wollen. Dort, wo es nur das Gute gibt, da braucht es keine Grenzen. Aber auf dieser Welt hat das Gute Feinde – andere und uns selbst. In dieser Welt ist das Schlechte Realität. Und dort, wo es Feinde gibt, braucht es Schutz. Eine Schutzmauer. Eine Grenze, die errichtet und verteidigt werden muss.

 

 

WAS IST WERTVOLL?

 

Was ist für dich wertvoll? Deine Gesundheit? Dein Schlaf? Dein Musikinstrument? Deine Stimme? Dein Urlaub? Dein Geld? Dein Haus? Deine Familie? Die Tradition am Weihnachtsabend? Deine Kinder? Dein Feierabend? Dein Auto? Dein ungeborenes Baby? Deine neue Jeans?

 

Wie versuchst du das zu schützen? Wie ziehst du Grenzen, damit es nicht kaputt geht? Woher wissen andere, dass hier für dich eine Grenze ist?

 

Und wie verteidigst du diese Grenze, wenn sie angegriffen wird? Was tust du, wenn Gefahr droht und andere – oder du selbst – im Begriff sind, es zu verletzen, es zu zerstören? Was sind deine Konsequenzen, wenn andere diese Grenze rücksichtslos überschreiten wollen? Oder vielleicht du selbst aus Versehen immer wieder?

 

Und wo hat Gott Grenzen gesetzt, um etwas für ihn Wertvolles zu schützen (z.B. dich)?

 

Was ist für Gott wertvoll? Sind Gottes Schätze auch deine Schätze? Was tust du, wenn Gottes Schätze angegriffen werden? Wenn er in dir lebt – spürst du die Wut, die Gefahr, die Angst, dass es zerstört werden könnte? Wie verteidigst du Gottes Schätze?

 

 

WARUM ZIEHEN WIR SO WENIG GRENZEN?

 

Das ist eine wichtige Frage. Denn in der Regel ziehen wir in unserem Leben zu wenige Grenzen. Wir überschreiten oft die Grenze dessen, was gut für uns wäre oder lassen zu, dass andere es tun. Warum? Ganz einfach: Weil Grenzen ziehen etwas sehr Unangenehmes ist. Wir stoßen dabei auf den Unwillen und die Unmäßigkeit der anderen oder auch von uns selbst. Grenzen zu verteidigen kostet viel Kraft. Deshalb ist es uns meist zu anstrengend, zu unangenehm. Lieber lassen wir sie andere überschreiten oder wir überschreiten unsere eigenen Grenzen selbst – als dass wir den unbequemen Weg wählen, den wir in einer feindlichen Welt wie dieser gehen müssten, um sie zu schützen.

 

Uns fehlt ein Bedürfnis, um den Wert der Dinge, die Gott uns zu schützen befiehlt, zu verteidigen. Weil uns das Bewusstsein um den Wert dieser Dinge fehlt.

 

Unseren Wert, der unserer Familie, unseres Herzens, der Ehe, des Sabbats, unseres Körpers (ein Tempel Gottes!). Und es ist meist unsere Menschenfurcht und Angst, die Liebe geliebter Menschen zu verlieren, warum wir unsere Grenzen einrennen lassen. Wir wollen ihre Zu-neig-ung nicht verlieren, ihre Anerkennung, ihr Wohl-wollen. Oder unsere Bequemlichkeit, unsere liebe Ruhe. Das ist uns oft mehr wert, als das, was wir jetzt schützen sollten. Menschen werden sauer und ungemütlich, wenn man ihrer Unmäßigkeit Grenzen setzt. Es braucht Stärke, „nein“ sagen zu können. Und hinter allem steckt die große Frage: Was ist wirklich wertvoll?

 

Was in Gottes Augen großen Wert hat, nennen wir „heilig“. Was ist dir „heilig“? Merkst du, wie du darum kämpfst? Kämpfe um das Richtige!

 

Grenzen zu setzen ist etwas Unangenehmes und es erfordert Stärke. Denn weil wir Menschen maßlos und egoistisch sind und den Wert der Dinge nicht kennen, werden wir wütend, wenn wir begrenzt werden. Wir sind manchmal unser eigener Feind. Aber ich habe auch gelernt: Wenn ich Grenzen setze und verteidige, werden sie meistens auch respektiert. Denn niemand möchte den Schmerz fühlen, den es verursacht, ständig gegen eine Wand zu rennen und die Demütigung, in seine Schranken gewiesen werden zu müssen. Das versucht man ein oder zweimal. Aber dann lässt man es, weil es zu unangenehm und ohnehin aussichtslos ist.

 

 

WO MÜSSEN WIR GRENZEN SETZEN?

 

Die meisten Menschen setzen bloß erst dann Grenzen, wenn das Wertvolle bereits beschädigt wurde – wenn andere oder sie selbst schon viel zu weit gegangen sind. (Ich sehe Mütter, die sich von ihren Kindern terrorisieren lassen und kenne Kinder, die ihre Väter vor lauter Arbeit kaum kennengelernt haben. Da fehlen Grenzen. Da wird Gutes zerstört, weil der Schutz fehlt.)

 

Oft setzen wir auch einfach dort die Grenze, wo wir glauben, dass es von uns erwartet wird. (Unser Chef erwartet von uns, dass wir jetzt einspringen. Und in unserem Umfeld ist es normal, dass die Kinder so viele Stunden Computerspiele spielen.) Aber nicht alles, was von uns erwartet wird, ist gut. Und nicht alles, was gut ist, wird von uns erwartet. Wir müssen selbst nach Gottes Maßstäben beurteilen, was gut ist und wo wir Grenzen ziehen müssen, wenn wir das Gute behalten wollen. Deshalb setze deine Grenzen weise: Dort, wo das Gute endet und das Schlechte anfängt. Das wirklich Gute ist immer gut für alle – nicht nur für dich oder nur für den anderen! Für die Maßlosigkeit anderer zu leiden ist für die anderen nicht gut. Es ist gut für Menschen, begrenzt zu werden. Es ist okay, wenn wir leiden, weil man uns begrenzt. Es schadet uns nicht, sauer zu sein und Grenzen zu spüren, auch wenn es unangenehm ist. Es schadet uns vielmehr, grenzenlos zu sein. Unmäßigkeit schadet.

 

 

GRENZEN ZIEHEN

 

Andere Menschen wissen nicht, was für dich gut ist. Kinder wissen oft nicht, was für sie gut ist. Oder viele Menschen sind so schwach, dass sie selbst nicht genug für sich sorgen können, um das Schlechte abzulehnen. In jedem Fall gilt: Andere Menschen wissen nicht automatisch, wo deine Grenzen sind. Du musst sie kommunizieren. Du musst sie – am besten mit Worten – markieren. So musst du dich und andere begrenzen. Es ist unfair andere zu beschuldigen, unsere Grenzen überschritten zu haben, wenn wir sie nicht zuvor aufgezeigt haben. Wie viel Zeit hast du heute? Wie viel Berührung kannst du ertragen? Hast du gesagt, was du willst? Hast du gesagt, dass das nicht okay für dich ist? Hast du den Kindern gesagt, dass sie das nicht dürfen? Halte deine inneren Grenzen nicht für selbstverständlich. Andere Menschen haben andere Grenzen. Hast du deine Grenze deutlich kommuniziert? Wenn nicht, dann hast du noch gar keine Grenze gezogen. Beschwere dich nicht, wenn sie überschritten wird. Also lerne zu sagen, was dir unangenehm ist. Lerne das, was für dich gut und schlecht ist, auszusprechen. So entstehen Werte. Und wenn es in deinem Leben etwas Wertvolles gibt, dann dürfen das alle wissen!

 

 

GRENZEN VERTEIDIGEN

 

In der Regel reicht es, Grenzen verbal zu verteidigen. Wir verlieren unseren Wert ja nicht dadurch, dass er angegriffen wird. Die meisten Menschen respektieren verbale Grenzen, wenn sie nur bestimmt genug gezogen werden. Man muss unserer Stimme anhören, dass hier eine Mauer steht und nicht bloß ein Blumenbeet! Wenn wir fest genug sprechen und man in unserer Stimme unsere Kraft und Standfestigkeit hört, glaubt keiner, dass er uns umwerfen kann. Wer macht sich die Mühe, mit bloßen Fäusten gegen eine Burgmauer zu schlagen? Dieses Bild muss unsere Stimme vermitteln. Wir müssen nicht laut werden (im Gegenteil: Gebrüll macht Angst und zeigt Angst, sie ist bereits ein Angriff). Sondern unsere Stimme muss felsenfest und bestimmt sein, ja sogar gelassen sicher. Weil Gott ja hinter uns steht. Die größte Festung gegen das Böse.

 

 

KONSEQUENZEN ZIEHEN – GRENZEN WIEDERHERSTELLEN

 

Also setze deine Grenzen und setze sie bestimmt. Verteidige deine Grenzen. Weil du weißt: Das hier ist unglaublich wertvoll! Und Grenzen zu verteidigen bedeutet, Konsequenzen zu ziehen, wenn sie überschritten werden. Denn nur, weil es Grenzen gibt und du sie aufzeigst, bedeutet es nicht, dass andere sie auch respektieren werden. Du musst diese Grenzen verteidigen und handeln, um das Gute tatsächlich zu beschützen. Konsequenzen zu ziehen heißt, zerstörte Grenzen wiederherzustellen. Aber nur, weil eine Grenze angegriffen wird oder überschritten wurde, ist sie noch lange nicht zerstört. Sie ist erst dann zerstört, wenn unsere Verteidigung nicht respektiert wurde, keine Einsicht da ist, kein Wunsch auf der anderen Seite diese Grenze beim nächsten Mal zu respektieren – nach einem gemeinsamen Gespräch. Oder wenn der bloße Wunsche nicht reicht, weil das Gegenüber zu schwach ist. Oder weil wir zu schwach sind. Dann müssen wir handeln.

 

Manchmal müssen wir uns zurückziehen. Manchmal müssen wir andere zurückdrängen. Ziehen und drängen kostet etwas Kraft, es ist ein bisschen schwer. Wir müssen gegen Widerstand angehen – gegen unseren eigenen oder den der anderen. Aber das ist gut, das tut gut, Mühe macht stark. Lass uns starke Männer und Frauen werden! Muskeln entstehen nur in der Arbeit gegen den Widerstand – Charakter und ein starkes Herz auch.

 

Vielleicht musst du gehen. Vielleicht müssen andere gehen. Vielleicht musst du Kontakte abbrechen, Personen auf Facebook blockieren, Arbeitsverträge kündigen, Orte meiden, Gegenstände entfernen, deine Handynummer wechseln, Kinder auf ihr Zimmer schicken oder ihnen Spaß untersagen. Meinen maßlosen Kindern hilft auch Spazierengehen oder ihnen den Rücken zu kraulen, wenn sie ausrasten. Aber in jedem Fall muss ich handeln. Ich muss aktiv etwas tun – um sie jetzt vor sich selbst und anderen zu schützen, wenn sie maß-los werden und Grenzen überschreiten. In jedem Fall muss etwas passieren, wenn gute Grenzen überschritten werden! Denn Grenzen, die nicht verteidigt werden, sind keine echten Grenzen.

 

 

FAZIT

 

Deshalb: Setze Grenzen – nicht, wo es bequem ist, sondern wo es gut ist. Verteidige sie. Schütze dich selbst. Schütze andere. Schütze die Person vor sich selbst, die hier zu weit gehen will. Schutz schafft Wert. Schutz definiert Wert. Nur, was du schützt, hat für dich wirklich wert. Es hat mehr Wert, als das, was du bei seiner Verteidigung verlierst. Hinter Mauern liegt immer etwas Wertvolles. Frage Gott, wo in dieser Welt die Schätze liegen. Er wird dir helfen, die Grenzen zu ziehen, die Mauern zu bauen und deine Burgfriede zu verteidigen.

 

 

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