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Maria! Warum weinst du?

January 20, 2017

Foto: Ronja Wolf

 

„Maria stand weinend draußen vor dem Grab, und während sie weinte, beugte sie sich vor und schaute hinein. Da sah sie zwei weiß gekleidete Engel sitzen (…). ‚Warum weinst du?‘, fragten die Engel sie. ‚Weil sie meinen Herrn weggenommen haben‘, erwiderte sie, ‚und ich nicht weiß, wo sie ihn hingelegt haben.‘ Sie blickte über ihre Schulter zurück und sah jemanden hinter sich stehen. Es war Jesus, aber sie erkannte ihn nicht. ‚Warum weinst du?‘, fragte Jesus sie. ‚Wen suchst du?‘ Sie dachte, er sei der Gärtner. ‚Herr‘, sagte sie, ‚wenn du ihn weggenommen hast, sag mir, wo du ihn hingebracht hast; dann gehe ich ihn holen.‘ ‚Maria!‘, sagte Jesus. Sie drehte sich um zu ihm und rief aus: ‚Meister!‘“

(Johannes 20,11-16)

 

Da steht Maria am Auferstehungsmorgen vor dem leeren Grab – und weint. Sie weint – am Ostermorgen! Sie beweint den Morgen, den die Welt für immer feiern wird. Aber sie hat die Geschichte falsch verstanden. Deshalb weint sie. Vor lauter Schmerz hat sie vergessen, was Jesus gesagt hat. Und vor lauter Tränen erkennt sie ihn nicht einmal, als er vor ihr stet.

 

Maria hat die Geschichte falsch verstanden. Und Jesus braucht nichts zu sagen, außer: „Maria“. Ein mitfühlendes, aufrüttelndes „Maria!“. Ein Wort, in dem doch so viel steckt: „Maria! Warum weinst du denn? Ich bin ja da. Du hast das alles falsch verstanden. Ich bin nicht der Gärtner, den du siehst. Und ich bin nicht tot, wie du denkst. Ich bin ja da. Es ist alles gut, wirklich!“

 

Und so sitze ich in meinem Auto irgendwo auf der B26, vor mir ein langer Arbeitstag, hinter mir eine unruhige Nacht. Und ich voller Angst. Voller Schmerz. Voller Fragen. Voller Verzweiflung. Voller Scham. Und voller Wut. Weil ich das Gefühl habe, dass gar nichts gut ist.

 

…Weil ich vergessen habe, was Gott gesagt hat.

Und weil ich vergessen habe, dass er ja da ist.

 

Und ich höre Gott zu mir sagen: „Ronja.“ Nur ein Wort, in dem doch so viel drin steckt. „Ronja! Warum weinst du denn? Wen suchst du denn – wenn nicht mich? Warum hast du denn Angst? Du hast doch mich! Hast du das vergessen? Hast du vergessen, dass ich da bin? Hast du vergessen, was ich dir alles versprochen habe? Hast du vergessen, dass doch eigentlich wirklich alles gut ist? Hast du vergessen, wie die Geschichte ausgeht? Hast du vergessen, wer ich bin, was ich tue und was ich alles kann? Ich bin nicht bloß ein Gärtner, der neben dir steht. Ich bin es doch, dein Jesus! Ich bin es, den du so vermisst und überall suchst! Und ich bin ja da. Es ist doch alles gut.“ Und wenn Jesus meinen Namen sagt – dieses erinnernde „Ronja. Ronja!“, das alles in mir aufrüttelt, was ich vor lauter Schmerz vergessen oder übersehen habe – dann findet meine Seele wieder Frieden. Dann erinnere ich mich wieder. Dann kann ich meine Tränen wegwischen. Und dann kann ich vielleicht auch mit dem Rest der Welt tanzen. Weil alle, die die Geschichte richtig verstanden haben, Grund zum Tanzen haben. Und keinen Grund zum Weinen. Wirklich nicht.

 

Jetzt schau mal, wer da ist.

Und jetzt schau mal, wer er ist.

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