© 2018 by Ronja Wolf

created with wix.com

  • Himmel auf Erden
  • @ronjalarissawolf
  • Spotify Social Icon

Wenn Gott schweigt und wir entscheiden müssen

June 30, 2018

 Foto: Ronja Wolf

 

Sie weiß nicht, was sie machen soll. Welchen Weg soll sie wählen? Ihr jetziger Arbeitsplatz macht sie seelisch und körperlich fertig, aber dort lernt sie am meisten. Wenn sie die andere Stelle nimmt, hat sie später vielleicht schlechtere Karrierechancen, aber dort fühlt sie sich wohl. Oder soll sie umziehen, um die dritte Stelle zu bekommen? Diese scheint ein guter Kompromiss zu sein, aber das kann auch täuschen. Jeder, den sie fragt, hat eine andere Meinung dazu. Ihre Entscheidung muss sie diese Woche treffen. Sie hat Rückenschmerzen und Magenkrämpfe. Und immer wieder stellt sie mir am Telefon die Frage: „Warum sagt Gott denn nichts? Warum zeigt er mir nicht den richtigen Weg? Was soll ich denn nur machen?“ Und ich kann sie so gut verstehen. Ich kenne das. Und ich hasse es - wenn ich Gottes Rat brauche, aber er schweigt. Wenn ich Führung brauche, er aber nichts zeigt. Lässt Gott mich im Stich? Warum hilft er nicht?

 

Nach dutzenden Telefonaten dämmert mir: Wenn Gott schweigt, dann hat er schon alles gesagt. Er hat doch gesagt, dass er da ist. Er hat doch gesagt, dass er führt. Und wenn wir das nicht sehen können, dann müssen wir es glauben. Glauben kann man nur das Unsichtbare. Erst hier überhaupt beginnt der Glaube. Dass Gott trotzdem da ist. Dass er trotzdem führt. Auch, wenn wir es nicht sehen können.

 

Und ich lerne: Wenn Gott nichts tut, dann weil er es nicht für wichtig hält, etwas zu tun. Er verhindert es nicht, dass wir Umwege gehen und auf die Nase fallen, weil wir dadurch sehr viel lernen. ‚Aber es steht so viel auf dem Spiel!‘, denken wir. Wirklich? Was steht denn auf dem Spiel? Irgendetwas wirklich Wichtiges? Das wirklich Wichtige ist nicht unsere Karriere, nicht unsere Lebensplanung, nicht unser Status, nicht unser Beruf. Das wirklich Wichtige ist: Mein Gott ist groß. Und ich bin in seiner Hand.

 

Und ich lerne: Hab ich Gott, hab ich alles. Wer Gott hat, der kann nichts verlieren, nichts auf dieser Erde verpassen. Der kann nur etwas lernen. Aber vielleicht müssen wir gerade das lernen: Alle Dinge, die uns so wichtig erscheinen, sind es nicht. Wichtig ist nur, dass unser Leben in seiner Hand liegt. Dann ist es egal, ob es zerkratzt oder zerbricht. Bei denen, die ihn lieben, führt er alle Dinge zum Guten (Römer 8,28). Und: Nichts kann uns von der Liebe Gottes trennen (Römer 8,39). Das ist das wirklich Wichtige. Und das ist sicher.

 

Wichtig ist, dass sein Friede in unserem Herzen regiert. Wenn wir aber diesen Frieden verloren haben, dann haben wir vor allem eine Aufgabe: ihn wiederzufinden. Und ich frage meine Freundin: Vielleicht geht es hier gar nicht um deinen Job, sondern um deine Sicherheit in Gott inmitten einer unsicheren Welt? Vielleicht besteht unsere Aufgabe in diesem Leben gar nicht darin, die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern uns bewusst zu bleiben, wer unser Gott ist und wer wir in ihm sind? Vielleicht geht es nur darum, inmitten des Sturms in seinem Frieden zu ruhen? Weil wir wissen, wer er ist und weil wir wissen, wer wir in ihm sind? Vielleicht ist es das, was du lernen sollst – und alles andere ist wirklich egal?

 

Und ich lerne: Alles ist gut, wenn du weißt, wer du in Gott bist. Dann kannst du nichts verlieren. Dann kannst du nichts verpassen. Dann kannst du nur lernen. Und das tun wir manchmal mehr auf unseren Umwegen, als auf dem direkten Weg zu unseren ach-so-wichtigen Erdenzielen. Aber ich weiß jetzt: Das wirklich Wichtige ist sicher: Egal, wohin Gott dich laufen lässt, er geht mit. Und das ist es, was den Weg so schön macht – egal, wie lang er ist und durch welche Landschaft er führt. Also geh, wohin du willst. Aber geh mit Gott. Und geh in Frieden. Geh in dem Wissen darum, wer es ist, der dich begleitet und wer du bist an seiner Seite.

 

Wovor hast du Angst?

Was ist wirklich wichtig?

Und was weißt du sicher? Genug, um Frieden zu haben.

 

„Ich lasse euch ein Geschenk zurück - meinen Frieden. Und der Friede, den ich schenke, ist nicht wie der Friede, den die Welt gibt. Deshalb sorgt euch nicht und habt keine Angst.“

(Johannes 14,27)

 

„Der Herr spricht zu mir: ‚Ich will dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dir raten und dich behüten.‘“

(Psalm 32,8)

 

Gott führt. Aber nicht zu unseren Zielen, sondern immer näher zu ihm.

Gott hilft entscheiden – nicht über das Was, sondern über das Wie.

Gott spricht. Aber über das wirklich Wichtige.

Share on Facebook
Share on Twitter
Please reload

This site was designed with the
.com
website builder. Create your website today.
Start Now