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Die Geheimnisse Gottes

February 10, 2018

Foto: Ronja Wolf

 

„Das christliche Leben ist voll von Geheimnissen. Alle großen Glaubenslehren sind letztlich Geheimnisse. Wer vermag die Schöpfung zu erklären („Und Gott sprach: Es werde … und es wurde …“), den Ursprung des Bösen („… durch einen Menschen [ist] die Sünde in die Welt gekommen … und durch die Sünde der Tod“), das Wesen Gottes (Gott ist Geist, unendlich, ewig, unwandelbar …), die Natur des Menschen (in Gottes Bild geschaffen; „Und Gott … hauchte in seine Nase den Odem des Lebens.“) oder die Fleischwerdung Jesu („Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns …“), die Leidensgeschichte (…), die Auferstehung (…) oder die Himmelfahrt (…)?

 

In der Theologie werden diese Dinge behandelt und beschrieben. Aber das erklärt sie noch nicht.“

 

(Elisabeth Elliot in „Mann sein. Frau sein. Verschiedenartigkeit und Gleichberechtigung“, S. 65-66)

 

Wir machen einen Fehler, wenn wir wie Hiobs Freunde meinen, auf alle Fragen eine Antwort  zu haben. Wir machen einen Fehler, wenn wir meinen alles verstanden zu haben und alles erklären zu können. Ja, wir wissen *etwas*. Und im Vergleich zum Rest dieser Welt mag es uns viel erscheinen und unsere Erkenntnis riesenhaft, sie ist auch wunderbar und wichtig. Aber unsere Erkenntnis hier ist nur „bruchstückhaft“, sagt Paulus und fügt hinzu: „Jetzt sehen wir nur ein undeutliches Bild wie in einem trüben Spiegel.“ (1. Korinther 13,12).

 

Muslime verstehen den Tod von Jesus am Kreuz nicht. Sie halten es für unsinnig und die christlichen Erklärungen für unlogisch. Dabei liegt genau hier eine der größten Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen und Christen: Gott ist un-begreiflich. Er ist der Un-Fassbare. Der Alles-Übersteigende. Unser kleiner Verstand vermag Gott nicht zu fassen oder vollständig zu verstehen. Menschliche Worte können ihn nicht beschreiben. Das heißt nicht, dass wir *nichts* fassen, *nichts* begreifen, *nichts* beschreiben oder *nichts* verstehen können. Sondern dass Gott all das noch bei Weitem übersteigt. Und dass Rätsel und Fragen übrig bleiben: Weil wir nur Menschen, Gott aber Gott ist. Er ist in jedem Fall noch schöner, noch besser, noch mächtiger, noch weiser, noch größer, noch liebevoller, noch näher, noch gerechter als wir denken, sehen oder fühlen können.

 

Und doch sagte Jesus: „Euch lässt Gott das Geheimnis seines Reiches verstehen.“ (Markus 4,11, Kolosser 1,27) Wir Christen haben das Privileg das Unbegreifliche zu verstehen, das Unfassbare zu erleben, das Unbeschreibliche zu sehen und das Unglaubliche zu glauben. Ein bisschen wenigstens. Aber es ist alles ein Wunder, was Gott tut. Gott ist immer mehr als Logik und Mathematik. Gott ist ein Zauber. Ein Zauber aus Liebe, Weisheit und Gerechtigkeit. Und in wessen Herzen dieser Zauber, das Geheimnis der Liebe, wohnt, der kann sogar das Unglaubliche glauben und das Unverständliche ein bisschen verstehen.

 

Wir können Gott nicht immer erklären. Aber wir können ihm immer vertrauen.

 

Wer weiß, dass Gott Liebe ist, kann mit allen anderen offenen Fragen gut leben.

 

Mögen wir in unsere Diskussionen über Theologie bescheiden bleiben, wo wir an unsere Grenzen stoßen. Wir müssen Gott nicht erklären, sondern ihm vertrauen lernen. Und dafür haben wir genügend Gründe.

 

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