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Liebe inmitten von Fehlern

March 23, 2018

 Foto: Ronja Wolf

 

Wir alle sind Menschen. Das anzuerkennen bedeutet anzuerkennen, dass wir selbst auch ständig Fehler machen. Und Mensch zu sein bedeutet Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen – auch für unsere Fehler. Wir nehmen unsere Menschlichkeit oft als Entschuldigung und Ausrede für unser Versagen. Stattdessen sollte unsere Menschlichkeit uns zu Mit-Menschlichkeit und Mitgefühl bewegen: den Schmerz der anderen zu sehen. Und sie zu lieben - inmitten unserer Fehler. Inmitten unserer eigenen Fehler zu lieben bedeutet, zu unseren Fehlern zu stehen, dem von uns verursachten Schmerz in die Augen zu schauen, aufrichtig Reue zu zeigen und uns um Wiedergutmachung zu bemühen. Täglich, weil wir täglich Fehler machen. Wer um Vergebung bittet und Reue zeigt, entscheidet sich inmitten seiner Fehlerhaftigkeit für Liebe. Je öfter wir es tun, desto leichter wird es uns fallen.

 

„Um das verursachte Leid anzuschauen und uns zu entschuldigen, benötigen wir eine Demut, die niemandem leichtfällt. Selbst, wenn wir wissen, dass wir uns gedankenlos, selbstsüchtig oder grausam verhalten haben, ist es schwer, das zuzugeben, uns mit dem von uns verursachten Schmerz zu konfrontieren und zu sagen: 'Es tut mir leid.'

 

Offen gesagt, gibt es in vielen Situationen nichts, was uns schwerer über die Lippen kommt. Diese vier kleinen Worte sterben hundertmal in unserem Mund, bis wir uns endlich dazu durchringen, sie laut auszusprechen. Es lohnt sich, dieses 'Es tut mir leid' bei kleineren Verfehlungen zu üben, denn früher oder später werden wir es für die großen von uns verursachten Verletzungen benötigen.

 

Wenn wir uns dem Schmerz  stellen, den wir einem anderen Menschen zugefügt haben, helfen wir damit diesem Menschen bei seiner Heilung, und wir tragen dazu bei, dass unsere Beziehung zu ihm heilen kann. Opfer haben das starke Bedürfnis, ihre Geschichte zu erzählen. Opfer wollen zum Ausdruck bringen, wie sehr sie verletzt wurden. Und als Täter müssen wir den Mut aufbringen, uns jenen, die wir verletzt haben, zu stellen, und wir müssen unser Herz für ihren Schmerz öffnen. Wir tragen Verantwortung für die Entstehung dieses Schmerzes, und nun liegt es in unserer Verantwortung, zu seiner Heilung beizutragen.“

 

(Desmond Tutu und Mpho Tutu: „Das Buch des Vergebens. Vier Schritte zu mehr Menschlichkeit.“ S.183)

 

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