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Wenn Jesus kommt...

January 16, 2019

 Foto: CC0

 

Vor einigen Jahren ist sie als Flüchtling nach Deutschland gekommen. Auch nach zwei Sprachkursen spricht sie noch immer schlecht Deutsch. Einige Stunden in der Woche arbeitet sie daher schwarz. Sie lebt bei einem Mann, der nicht ihr Mann ist, der sie misshandelt und auch niemals heiraten will.

Als er sie wieder schlägt, bricht ihr Arm. Sie erzählt anderen, sie sei die Treppe heruntergefallen. Die Sozialarbeiterin trifft sie auf der Toilette, sieht die blauen Flecken unter dem Make-up, versteht alles sofort und fragt: „Wer war das?“ Da bricht alles aus ihr heraus und die Tränen laufen.

Sie liebt ihn. Aber er behandelt sie wie Dreck. Weil sie schon einen anderen Mann hatte. Ihr Herz hängt an ihm, aber er gebraucht sie nur für Sex und zum Putzen. Sie will ihn nicht verlassen. Sie lebt in der Hölle und glaubt, dass Gott sie straft, weil sie ihren ersten Mann verlassen hat, der 20 Jahre älter war als sie. Sie musste ihn heiraten. Aber sie konnte ihn nicht lieben. Diesen Mann jetzt liebt sie, aber er tötet sie langsam innerlich.

Und da träumt sie von Jesus. Jesus, den sie als Muslimin nur vom Hörensagen kennt. Aber er kommt, nimmt sie in den Arm und gibt ihr ein Gefühl von Sicherheit, Frieden und Geborgenheit in diesem Moment, wie sie es noch nie gespürt hat. Als er gehen will, bittet sie ihn zu bleiben, aber er streicht ihr über den Kopf und sagt: „Hab keine Angst, ich komme wieder!“ Sie hat niemandem, dem sie sich anvertrauen kann. Bis sich eine einfühlsame Frau findet, die für Sie da sein kann und für sie betet.

Mal geht es ihr besser, mal schlechter. Sie schafft es nicht, ihn zu verlassen. Trotzdem lebt sie ständig in Angst und wird regelmäßig geschlagen. Er beschimpft sie und raubt ihr ihren letzten Selbstwert. Sie kann nicht in ein Frauenhaus gehen, weil ihr Bruder diesen Mann umbringen würde, wenn er von den Misshandlungen erführe. Es kommt so schlimm, dass sie sich das Leben nehmen will.

Da kommt Jesus wieder, nimmt ihre Hand und sagt: „Ich helfe dir.“ Keine Predigt. Keine Vorwürfe. Keine Ratschläge. Sondern eine Berührung. Er kommt als ihre Nacht am dunkelsten ist. Sie kennt ihn nicht. Aber Er kennt seine Tochter und lässt sie nicht alleine.

 

 

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